Liebe Leser,

es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass ich von der Arbeits- in die Ruhephase übergetreten bin. Fast ein Jahr lang habe ich mich von den verschiedensten Versammlungen der Organisationen verabschiedet, weil es jedesmal das letzte Zusammentreffen war. In vielen Fällen kannte ich die ehrenamtlich engagierten Fischer und Teichwirte 37 Jahre lang. Deren nette und menschlichen Abschiedsworte werde ich nicht vergessen, ich danke dafür.
Ein paar Projekte hatte ich noch begonnen, konnte sie jedoch leider nicht mehr zu Ende führen. Irgendwann ist halt Schluss, und die Nachfolger sollen ja auch noch etwas zu tun haben. Nicht vollenden konnte ich u.a. die Schlussredaktion der sogenannten Teichbauempfehlungen. Es standen einige Aktualisierungen an, z.B. bezüglich des Tierschutzes, der Wasserrahmenrichtlinie oder der DIN 19 700. Auch hätte ich noch gerne in Angriff genommen, die schärfste Variante des bayerischen Vertragsnaturschutzprogrammes (VNP) zur Teichbewirtschaftung zu beseitigen. Dabei erhalten die Teichwirte den höchsten Fördersatz pro ha, wenn sie den Teich ohne Fischbesatz „bewirtschaften“. Diese Variante ist nicht nur der Anfang vom Ende des Teiches, ist nicht nur ein weiterer Verlust an erzeugten heimischen Fischen, sondern zeugt auch von der längst überholten Einstellung des Naturschutzes, dass mit Fischen besetzte Teiche schlecht für die Natur und den Artenschutz seien. Während das VNP also hier immer noch eine Sackgasse anbietet – dies übrigens teilweise mit sanftem Druck – haben weite Teile des organisierten Naturschutzes schon längst erkannt, dass nur eine traditionelle, extensive Bewirtschaftung die Teiche in ihrer Funktion als wertvolle, artenreiche Flachgewässer garantiert.
In Bayern hat das Volksbegehren „Gegen das Bienensterben“ nach intensiver Diskussion zumindest zum Entwurf gesetzlicher Änderungen geführt, die durchaus auch dem Schutz der Fließgewässer und Teiche gegen den Eintrag von Schlamm, Düngemitteln oder Pflanzenschutzmitteln dienen können. Warten wir mal ab, inwieweit die Wirklichkeit dem Gesetz folgt. Die Betonung des Artenschutzes sollte dabei auch den Teichwirten finanziell zu Gute kommen, leisten sie doch mit den Teichen als Biotop und mit den zunehmenden Fischverlusten schon lange Erhebliches zum Artenschutz.
Liebe Leser, mit diesem kleinen Grußwort wollte ich mich nur mal wieder zurückmelden. Ich habe nicht vor, größere Verbandsfunktionen zu übernehmen; schließlich waren die letzten 37 Jahre mit den sattsam bekannten Themen ausreichend ausgefüllt. Doch die fischereilichen Fachthemen kamen dabei viel zu kurz. Das möchte ich nun ein wenig nachholen und ab und zu im Fischer und Teichwirt ein „Gedicht“ veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr. Franz Geldhauser